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Das LaunchPad mini mk3 beim Podcasten nutzen

Mein Wunsch war es schon immer, das schöne Soundboard von Ultraschall, der beliebten Reaper Erweiterung für Podcaster, mit einem schönen LaunchPad von Novation zu steuern. So könnte man seinen Jingle-Vorrat bequem während der Aufnahme einer Episode abfeuern. Leider war das mit den bisherigen LaunchPads schwierig bis unmöglich, aber mit der neuesten Generation dieser Geräteklasse (v.a. dem LaunchPad X und dem LaunchPad mini mk3, was ich seit wenigen Tagen besitze) sind diese Geräte deutlich autarker und unabhängiger von Ableton Live geworden.

Foto der Verpackung des Novation LaunchPad mini mk3
Mein frisch gekauftes Novation LaunchPad mini mk3. Das „anywhere“ auf der Verpackung ist hier der Knackpunkt! 😉

Denn man kann sich nun mit der Software “Components” von Novation (gibt’s als Web und als native App für Windows und macOS – leider (noch?) nicht fürs iPad) ganz frei alle Pads mit diversen MIDI-Funktionen belegen. Darunter ist natürlich auch das Senden von MIDI Noten und mehr braucht es für die Soundboard Ansteuerung auch nicht. (Es gehen auch CC, ProgramChange, Fader etc.)

Aufteilung auf die Pads

Das LaunchPad hat 64 Pads und es gibt pro Slot im Soundboard ja 5 verschiedene Start/Stopp Möglichkeiten:

  • Play / Stop
  • Play / Pause
  • Play / Fade-Out
  • Hold & Play
  • Fade-In (scheint derzeit in Ultraschall nicht implementiert zu sein)

Um also für jeden der 24 Slots alle 5 Modi über Pads ansteuerbar zu haben, bräuchten wir 24*5=120 Pads. Wir haben aber nur 64. Zum Glück hat das LaunchPad mini mk3 drei “Seiten” à 64 Pads, die wir frei belegen können. Ich habe das für mich so umgesetzt:

„User“-Taste

  • Die ersten vier Spalten (also 1-4) und sechs Zeilen realisieren den Play / Stop Modus für das 4×6 Slot-Grid des Soundboards.
  • Die zweiten vier Spalten (also 5-8) und sechs Zeilen realisieren den Play / Pause Modus für das 4×6 Slot-Grid des Soundboards.

„Keys“-Taste

  • Die ersten vier Spalten (also 1-4) und sechs Zeilen realisieren den Play / Fade-Out Modus für das 4×6 Slot-Grid des Soundboards.
  • Die zweiten vier Spalten (also 5-8) und sechs Zeilen realisieren den Hold & Play Modus für das 4×6 Slot-Grid des Soundboards.

„Drums“-Taste

  • Die ersten vier Spalten (also 1-4) und sechs Zeilen realisieren den Fade-In Modus für das 4×6 Slot-Grid des Soundboards (derzeit in Ultraschall nicht implementiert).

Sieht also im Überblick für alle 24 Slots so aus:

001
Belegung der Pads mit den Soundboard Slots für die unterschiedlichen Start-/Stop-Modi

MIDI-Noten fürs Soundboard

Natürlich ist das nur mein Setup und jeder kann sich das anders anordnen und einfärben mit der Components Software. Die notwendigen, zu sendenden MIDI-Noten stehen im Prinzip in dieser Liste des Ultraschall Projekts, aber die Oktav-Information passt nicht zu Novations Interpretation der MIDI-Oktave. Daher habe ich mir das nochmal übersichtlich aufgeschrieben, welche MIDI-Noten denn nun wirklich zu senden sind, wenn es mit dem LaunchPad mini mk3 klappen soll (fängt also bei C-2 an, nicht bei C-5, C3=Note Nr. 60 Standard):

Übersicht über alle MIDI-Noten für die 24 Soundboard-Slots in den 5 Modi.

Ich habe drei SysEx Dateien aus der Components Software exportiert, die ihr euch ebenfalls dort über “New Custom Mode”, “Upload Custom Mode” in die Software laden und dann an euer LaunchPad X oder mini mk3 schicken könnt:

Darin:

  • SoundboardPSPP.syx – für die Play / Stop und Play / Pause Belegung
  • SoundboardPFHP.syx – für die Play / Fade-Out und Hold & Play Belegung
  • SoundboardFI.syx – für die Fade-In Belegung (nur pro-forma, da aktuell funktionslos)

Reaper Kollisionen bereinigen

Es gibt dann noch einen kleinen Haken: in Reaper selbst und auch in Ultraschall sind ein paar MIDI-Noten vorbelegt, die gewisse Funktionen ansteuern. Das kollidiert natürlich mit den zu sendenden MIDI-Noten für das Soundboard. Man findet diese Vorbelegungen über die Reaper Einstellungen:

Screenshot des Reaper Einstellungen Dialogs.
Der Reaper Einstellungen Dialog für Keyboard Shortcuts

Ein Klick auf den hervorgehobenen, blauen Link öffnet den folgenden Dialog, in dem man z.B. über das „Filter“ Texteingabefeld nach „MIDI“ suchen oder auch nach der ersten Spalte „Shortcut“ der Tabelle sortieren kann. Wir suchen alle Einträge, die mit „MIDI Chan 1 Note“ anfangen. So eine Zeile markieren wir und löschen dann unten links in der Box mit der Überschrift „Shortcuts for selected action“ den entsprechenden MIDI Eintrag.

Screenshot des Reaper „Actions“ Dialogs mit Markierung von gefundenen MIDI Note Shortcuts.
MIDI Note Shortcuts in Reaper aufspüren

Ich habe also diese zusätzlichen MIDI-Noten-Trigger für diese Kommandos alle entfernt. Über dieses Vorgehen findet man aber nicht unbedingt alle vorhandenen Shortcuts, die über MIDI Noten angesteuert werden. Da hilft der Button „Find shortcut…“:

Screenshot des Reaper „Actions“ Dialogs mit Markierung des „Find shortcut...“ Buttons
Über den „Find shortcut…“ Button finden wir alle MIDI Note Shortcuts in Reaper.

Nach einem Klick öffnet Reaper ein kleines Fenster und wartet auf ein eingehendes MIDI Event. Auf diese Weise können wir jetzt alle Pads noch einmal durchgehen und immer dann, wenn ein Pad (also das Senden der MIDI-Noten 0 bis 119) in Reaper noch eine weitere Funktion auslösen sollte außer den entsprechenden Soundboard Slot zu starten oder stoppen, löschen wir diesen MIDI-Shortcut dann im Reaper-Dialog. Bei mir waren das zum Beispiel die MIDI Noten Nr. 14 (entspricht der “Play / Stop” Funktion von Slot 15, also Zeile 4, Spalte 3 im “User” Modus) und Nr. 34 (Slot 11, „Play / Pause“), die noch immer in Reaper die Play Funktion des Transport-Bereichs auslöste.

Der Vollständigkeit halber: nein, das ist keine Werbung, schon gar keine bezahlte und ich stehe in keinerlei Relation mit Novation außer dass ich deren Produkte meistens mag.

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