So. Nachdem wir (Nancy & ich) also vergangenen Freitag zum weltweiten Start von Apples iPad mini im Apple Store Köln waren, um das neue Gerät zu ergattern, sind jetzt schon wieder einige Tage vergangen. Tage, in denen ich das iPad mini ausgiebig getestet habe. Meine ersten Eindrücke will ich euch nicht vorenthalten.

Morgens am Apple Store

Doch zunächst kurz zur Atmosphäre morgens früh am Apple Store. Wir wussten ja nicht viel. Nur, dass der Verkauf offenbar ab 8 Uhr morgens starten soll. Ob da das Einkaufszentrum „drumherum“ schon auf hat? Normalerweise öffnet der Apple Store um 10 Uhr. Wann sollte man wohl da sein? Wie viel Ansturm auf das iPad mini wird es weltweit, in Deutschland, in Köln geben? Köln hat in Sachen Apple Store sicher ein großes Einzugsgebiet. Na, egal. Da ich schon zum Vorverkaufsstart ein iPad mini quasi als „Plan B“ bestellt hatte, was aber erst gut eine Woche nach dem Verkaufsstart geliefert werden sollte, hatte ich ein beruhigendes „Polster“. Wenn es live und in echt und in Farbe beim Apple Store nicht klappten sollte, müsste ich halt noch eine Woche warten und hätte es dann auch. Umgekehrt könnte ich die Bestellung einfach stornieren. Wir entschieden uns, um 7 Uhr dort zu sein.

Keine Nachfrage?

Als wir dann aber um ca. 07:05 Uhr in die Tiefgarage des Einkaufszentrums fahren wollten, gab uns der Schrankenautomat zwar ein Ticket, aber das Rollgitter-Tor ging leider nicht auf! 🙁 Blieb nichts anderes übrig als umzukehren und die andere Einfahrt auszuprobieren. Die, die direkt ins „richtige“ Parkhaus des Einkaufszentrums führt und nicht über die Saturn-Tiefgarage. Das klappte und so bogen wir um ca. 07:10 nach erfolgreichem Parken (alles leer! nie gesehen!) im Einkaufszentrum im 1. OG um die Ecke und sahen den Apple Store vor uns.

 

Alle Lichter an. Es waren einige Leute eines privaten Sicherheitsdienstes dort, es waren Absperrbänder für die Schlangenbildung vorbereitet und es waren ganze drei Kunden dort, zwei davon ein Pärchen. YEAH! Wir waren also an Position drei in der „Schlange“ und wunderten uns schon leicht, dass so GAR nichts los sein sollte um diese Uhrzeit. Hätten wir noch länger schlafen können? Im hell erleuchteten Apple Store sahen wir schon die neuen iPad minis liegen!

Die Massen strömen

Es dauerte wieder ca. 5 Minuten, da kamen noch ca. 10 Kunden. Immer noch nicht viel. In die Schlängel-Gasse hätten 150 gepasst. Dann frug uns unser Nachfolger auf Position 4, wie wir das denn gemacht hätten, dass wir schon so früh hier stünden. Denn: unten vor dem Haupteingang des Einkaufszentrums stünden haufenweise Menschen, die rein wollten! ACHNEE?!?! Und die kamen dann auch weitere 10 Minuten später. Dann waren wir so ca. zu 150st. Und wie wir dann von Position 5 erfuhren, einem Vater mit seinem minderjährigen Sohn, haben die beiden dort sogar ÜBERNACHTET, vor dem Haupteingang! Seit 17 Uhr am Vortag waren sie dort!! Da schämten wir uns schon fast, dass wir so schlicht und einfach so weit vorne in der Schlange landeten. Lokale Presse oder gar Filmteams haben wir nicht gesehen. Nur später habe ich auf ifun.de gesehen, dass wohl von denen auch einer in der Schlange stand, weit hinter uns. 😉

 

Aufwärmtraining

Dann ging es aber auch nach nicht so langer Wartezeit wie damals im Oberhausener Apple Store beim iPad 2 Launch zügig weiter: Nachdem die üblichen Reservierungskärtchen verteilt waren, machten sich ab ca. 7:45 Uhr die „Blauhemden“ (Apple Store Angestellten) warm. Das kann man nicht beschreiben, das schaut man sich im Video an! Nur so viel: das kommt natürlich aus Amerika. Und da sind die Leute einfach lockerer, hipper, begeisterungsfähiger. Uns Deutschen ist sowas eher schnell peinlich. „Was soll denn DER Quatsch?!“. Und „Was ist DAS denn für ein Gehabe?!“. Wir fanden es cool, kennen es ja schon aus den USA (zum iPad 1 Launch in San Francisco gewesen). Aber, zugegeben, es war ein wenig zu lang. Und: man hätte uns Wartende ruhig ein bisschen mehr einbeziehen können. So wirkte es eher wie ein Zoo-Spektakel. Bleibt nur die Frage: wer waren die Zuschauer, wer die Beschauten? 😉

Endlich geht’s los

Und dann ging alles ganz schnell: im Laden bildeten die Angestellten das übliche Spalier und ziemlich pünktlich um kurz nach acht Uhr kam eine Blauhemdin zum ersten in der Schlange, interviewte ihn kurz (ein weiterer Bläuling filmte alles, ein anderer fotografierte) und bat ihn dann hinein. Nur ihn. Nachdem er seine stürmische Begrüßung hinter sich hatte und wir alle von draußen zuschauen „durften“, wie er „das erste Kölner iPad mini“ bekam (und, ja, auch bezahlen durfte), kam das Pärchen von Position zwei an die Reihe. Wieder das gleiche Spektakel. Und dann wir, auch mit Halli & Hallo und Abklatschen. Man denkt von außen sicher: „WAS für ein Qutasch!“. Aber wenn man mitten drin steckt merkt man: die wissen einfach, wie man eine Marke zur Marke und zum Erlebnis macht!

Auspacken

Alles lief glatt, natürlich auch die Bezahlung. Und dann boten sie jedem an, die Verpackung im Laden zu öffnen und das Gerät zu begutachten, um mögliche Fehler, Kratzer, Patzer, Plätzer etc. direkt beanstanden und gegebenenfalls ein neues Gerät bekommen zu können. Zum Glück war bei unseren beiden (Nancy hat ein weißes, ich ein schwarzes) nichts dran, was nicht mit einem weichen Läppchen und einem Tropfen Reinigungsflüssigkeit (wurde alles zur Verfügung gestellt) behebbar gewesen wäre. Wir waren happy. Dann wurde gebootet, der Akku zeigte 90% Ladung (toll!) und dank free WiFi im Apple Store konnte die Wiederherstellung vor Ort starten. Bis 9 Uhr – da macht der StarBucks um die Ecke im Einkaufszentrum auf und das war unser nächstes Ziel – war noch genug Zeit fürs Restoren. Interessanterweise konnte ich auch das iCloud Backup meines (Retina-)iPad 3 aufs (Nicht-Retina-)iPad mini restoren (klar, warum auch nicht, fiel mir dann ein). Das war nach einer gefühlten Viertelstunde durch und dann waren alle Bookmarks, Adressen, Termine, Fotos etc. da. Nur die Apps wurden dann im Laufe des Tages nachgeladen. Da es nur ein WiFi iPad mini ist (das Cellular Modell mit LTE kommt ja erst noch raus) und es dort nicht wirklich gute, leere WiFis gab, waren alle Apps dann erst nachmittags zuhause vollständig.

Wie ist es denn nun?

Zum iPad mini selbst ist zu sagen: es ist großartig! Das erste, was auffällt, wenn man es aus der Verpackung nimmt, ist, wie leicht und wie dünn es ist. Es fasst sich sehr gut an, liegt gut in der Hand, kann tatsächlich in nur einer Hand locker gehalten werden. Sehr viel besser als ein „großes“ iPad. Das Lesen von Büchern, Webseiten, News Artikeln etc. macht viel Spaß, ja, ist endlich bequem möglich. Das iPad mini ist vom Formfaktor her einfach herrlich. Man denkt gar nicht mehr nach, nehme ich mein iPad mit oder nicht. Man kann es jetzt viel leichter einfach dabei haben. Mein Google Nexus 7 wirkt dagegen richtig klobig, weil es deutlich dicker ist. Das mögen rein messtechnisch nur Millimeter sein, aber in der Hand merkt man das ganz deutlich!

Inhaltlich ist nicht viel neues zu sagen, denn iOS 6 kennen wir ja schon. Es ist ein reines WiFi iPad, aber das schränkt heutzutage mit immer mehr HotSpots und der Möglichkeit von Personal HotSpots übers SmartPhone ja kaum noch ein. Auch die „nur“ 5 Megapixel Kamera reicht völlig für gute Fotos in fast allen Lebenslagen, in denen man mit einem Tablet Fotos machen möchte (also z.B. nicht im Bryce Canyon NP 😉 ). Der Akku hält wie bei einem iPad gewohnt lange (natürlich immer je nach dem, was man mit dem Gerät macht). Die neuen SmartCover sind super, weil sie jetzt keinerlei Metall mehr nach außen hin sichtbar haben. Alles metallische ist komplett verpackt, so dass man keine Angst mehr haben muss, dass man sein iPad Gehäuse im Laufe der Zeit doch leicht beschädigt bzw. die Cover an den Gelenk-Stellen dreckig werden.

Dass der Rand rechts und links vom Display schmaler geworden ist, wirkt sich nicht negativ aus, denn es genügt jetzt tatsächlich, den Daumen nur auf die Kante zu legen, weil das iPad mini so leicht und dünn ist. Und es ist völlig ausreichend schnell. Auch aufwändige Grafik-Spiele laufen flüssig. Eine schnellere CPU braucht es hier erstmal nicht. Und meine Bedenken, dass die Ortung mangels GPS (wie immer nur im Cellular Modell mit drin) schlecht wäre, haben sich bisher nicht bewahrheitet. Das klappt auch mit nur WiFi ganz gut. Und mal ehrlich: Foursquare & Co. macht man doch nun wirklich eher mit seinem iPhone, oder?

Das Display

Es gibt meines Erachtens wirklich nur einen einzigen Punkt, bei dem man sich über eine Verbesserung freuen würde: bei der Display-Auflösung. Wenn man, wie ich, täglich auch auf sein Retina-iPhone und oft auf sein Retina-iPad schaut und dann wieder aufs iPad mini, dann merkt man natürlich schon, dass es eben kein Retina Display hat. Das Display ist nicht schlecht! Es ist brillant und hell und scharf. Besser als das, des iPad 2 (und nicht nur wegen der größeren Pixeldichte). Aber das verwöhnte Retina-Auge sieht dann halt schon, vor allem beim Vergrößern, wenn man mit dem Finger den Cursor platzieren will, dass es eben kein Retina ist. Das Problem wird vor allem der Akku und die höhere Grafikchip-Leistung sein, die für ein Display mit vierfach höherer Auflösung notwendig wären. Ein 9.7-Zoll-Retina-iPad hat im Gehäuse mehr Platz für einen kräftigeren Akku … Und klar, natürlich möchte Apple nochmal mit einem Retina-iPad-mini dann irgendwann Umsatz machen. Ich würd’s kaufen. Aber ich bin ja auch nicht normal in Sachen Apple. 😉